History
hier wird jeden Monat neu eine Person oder ein besonderes Ereignis der Familiengeschichte vorgestellt. Vorschläge bitte gern an mich!
Erich August Hübener (geboren 17. August 1870)
Erich August Hübener wurde am 17. August 1870 in Möst geboren.
Von 1880 bis 1890 besucht er die Lateinische Hauptschule der Frankeschen Stiftung in Halle an der Saale. Nachdem er dort 1890 sein Abitur gemacht hat, tritt er im Oktober in die
Königlich medizinische chirurgische Akademie für das Militär (Pépinière) zu Berlin ein (heute Sitz des BMWI). Zum Sommersemester 1891
nimmt er dann im "Königlich medizinischen chirurgischen Friedrich Wilhelm Institut" das Studium der Medizin auf. Als Kind einer Pastorfamilie mit elf Geschwistern bietet die Pépinière mit der Verpflichtung zum Militär wahrscheinlich die einzige Möglichkeit das Studium zu finanzieren.
Nach einem einjährigen Freiwilligenjahr im Kaiser-Alexander-Garde-Gren.Regt. Nr. 1 beschliesst er 1894 sein Studium mit der Promotion zum Dr. med., mit der Dissertation VIII. 5817 "Über die Unterscheidung von Hautverbrennungen und ihnen ähnlichen Hautkrankheiten. Berlin 1894. Diss. Berlin. AB/Tr. F. 1894".
In der Zeit von 1895 bis zum Beginn des WK I. war er an verschiedenen Standorten tätig (Magdeburg, Dessau, Berlin, Torgau). Unter anderem als Batterie-Arzt im Garde-Füsilier-Regiment (genannt die "Maikeber", da sie zur Maikäferzeit zur Parade nach Berlin kamen), als Oberstabsarzt und Regimentsarzt im Eisenbahn Regiment Nr. 2 und von 1913 - 1914 im Kaiser-Franz-Garde-Grenadier Regiment Nr. 2. Zu Beginn des Weltkrieges wurde er zunächst als Corps-Hygieniker eingesetzt, stieg später aber zum Armee-Hygieniker an der Westfront und auf dem Balkan auf.
Immer wissenschaftlich als Hygieniker engagiert wurde er 1907/08 an das Kaiserliche Gesundheitsamt kommandiert und erhielt 1910 den Professortitel. Er ist verzeichnet im Lexikon der hervorragenden Ärzte der letzten 50 Jahre (J. Fischer, Bd. 1, München 1962, S. 668) wo es über seine wissenschaftlichen Leistungen heißt:
"Hübener publizierte u.a. "Fleischvergiftungen und Paratyphusinfektion", Jena 1910, "Allgemeine Epidemiologie und Immunität" (=Bd. 8, Abt. 1 von Weyls Handbuch der Hygiene), Leipzig 1918, Arbeiten über den B. pyocyaneus u.a. Er entdeckte unabhängig von den japanischen Autoren mit Hans Reiter (während des WK I. sein Mitarbeiter, in den 30'er Jahren Präsident des Reichsgesundheitsamtes) während des Weltkrieges an der Westfront den die "Weilsche Krankheit" erregenden Bacillus icterogenes (Dtsch.Med.Wschr. 1915, Bd. 41, S. 1275) und erwarb sich um die Herstellung eines für passive Impfung bei der Schweinepest verwendetet Serums besondere Verdienste."
1919 wurde er als Generaloberarzt verabschiedet und übernahm - als Nachfolger seines Schwiegervaters - die Praxis in Luckenwalde. Von 1936 bis zu seinem Tod 1938 verbrachte er seinen Ruhestand in Berlin.
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