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Karl Richard Lepsius (geboren 23. Dezember 1810)

Karl Richard Lepsius wurde 1810 als Sohn des Naumburger Landrats Carl Peter Lepsius (1775–1853) und seiner Frau Friederike Gläser (Tochter des Komponisten Carl Ludwig Traugott Glaeser), in Naumburg geboren. Er war das sechste von insgesamt neun Kindern seiner Eltern. Sein Großvater Johann August Lepsius (1745–1801) war Oberbürgermeister von Naumburg.

Karl Richard Lepsius heiratete am 5. Juli 1846 Elisabeth Klein (1828–1899), die Tochter des Komponisten Bernhard Klein. Sechs Kinder wurden dem Ehepaar geboren, darunter der Geologe und Rektor der Technischen Hochschule Darmstadt Prof. Dr. Richard Lepsius (1851–1915), der Chemiker und Direktor der Chemischen Fabrik Griesheim Prof. Dr. Bernhard Lepsius (1854–1934), der Portraitmaler und Mitglied der Akademie der Künste Prof. Reinhold Lepsius (1857–1929) sowie der evangelische Theologe, Orientalist und Humanist Johannes Lepsius (1858–1926).

Lepsius besuchte 1823 bis 1829 die Landesschule in Pforta und studierte anschließend in Leipzig, Göttingen und Berlin Philologie und vergleichende Sprachwissenschaft. 1833 promovierte er mit der Arbeit De tabulis Eugubinis. Er wandte sich in Paris der kurz zuvor von Jean-Francois Champollion mit seiner Übersetzung des Steins von Rosette etablierten Kunde der ägyptischen Sprache zu. Lepsius brachte bereits mit seiner ersten Schrift Lettre à M. Rosellini sur l'alphabet hiéroglyphiques Ordnung in das Schriftsystem und begründete die methodische Erforschung der Hieroglyphen und damit der ägyptischen Sprache.

Einen Aufenthalt in Italien, wo er 1836 Sekretär am Archäologischen Institut in Rom wurde, nutzte er zur Beschäftigung mit der umbrischen und oskischen Sprache, deren Überreste er in seinem Buch Inscriptiones Umbricae et Oscae (1841) darstellte. Im Jahr darauf wurde Lepsius zum außerordentlichen Professor an die Universität Berlin berufen. In dieser Eigenschaft übernahm er die Leitung der von König Friedrich Wilhelm IV. ausgesandten Expedition nach Ägypten (1842–1846), die bedeutsame historische und archäologische Fakten zusammentragen konnte. Die Resultate stellte Lepsius in seinem Hauptwerk Denkmäler aus Ägypten und Äthiopien (1849–1859, 3 Bände nebst Ergänzungsband) zusammen. Die reichen Sammlungen, die Lepsius mitbrachte, wurden in dem nach seinen Plänen errichteten ägyptischen Museum in Berlin untergebracht.

1846 wurde Lepsius ordentlicher Professor und 1850 ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften. Die von ihm vorgeschlagene Umschrift fremder Schriften wird auch heute noch vielfach eingesetzt (Standard alphabet for reducing unwritten languages and foreign graphic systems to a uniform orthography in European letters (1855, revidierte Ausgabe auf Englisch 1863 mit Angaben zu 117 Sprachen)).

Im Frühjahr 1866 unternahm Lepsius eine zweite Reise nach Ägypten, um insbesondere geographische Untersuchungen im Delta des Nil durchzuführen. Bei dieser Reise fand er in den Ruinen von Tanis eine dreisprachige Inschrift, die auf hieroglyphisch, demotisch und griechisch zu Ehren des Ptolemäus Euergetes (Ptolemäus III.) von den in Kanopus versammelten Priestern abgefasst worden war (Kanopus-Dekret). Auch anlässlich der Eröffnung des Sueskanals hielt sich Lepsius im Herbst 1869 in Ägypten auf.

1873 wurde Lepsius zum Oberbibliothekar (Direktor) der Königlichen Bibliothek in Berlin ernannt; das Amt behielt er bis zu seinem Tod am 10. Juli 1884.

Lepsius gilt für den deutschsprachigen Raum als Begründer der wissenschaftlichen Beschäftigung mit den ägyptischen Altertümern und damit des Faches Ägyptologie.

 

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Lepsius


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