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Erhard Hübener (geboren 04. August 1881 )

Er wurde als Sohn eines evangelischen Pfarrers geboren. Ab 1894 besuchte er das Gymnasium in Seehausen in der Altmark, später die Landesschule Pforta. 1901 machte er dort das Abitur. Von 1901 - 1905 Stud. phil. (Geschichte, Philosophie, Geographie, Germanistik) et rer. pol. in Kiel und Berlin (u.a. bei Hintze, Schmoller, Wagner). Das Studium war unterbrochen durch Hauslehrertätigkeiten zum Geldverdienst, u.a. im Hause v.Mesmer-Saldern in Schierensee/Holstein.
1905 - 1919 Wissenschaftlicher Hilfsarbeiter, später Referent in der Korporation der Kaufmannschaft zu Berlin. Nebenamtlich Redakteur der Deutschen Wirtschaftszeitung (Herausgeber Prof. Dr. Apt, Synd. der Korporation der Kaufmannschaft) und Mitarbeiter am Berliner Jahrbuch für Handel und Industrie (Hier Bearbeiter der Abschnitte: Auswärtige Politik).

In Unterbrechnung des ersten Berufsabschnitts:
1907 - 1908 Einjährigen freiwilligen Militärdienst beim Feld-Art.-Regt. 3 Brandenburg und in den folgenden Jahren Übungen beim Feld-Art.-Regt. 39 Perleberg.
1914 - 1918 Kriegsteilnehmer, zunächst Ord.Offz. beim 6. Feld-Art-Brig., später Batterie-Führer im Feld-Art.Regt. 39; zuletzt Olt.
Juni 1918 - Nov. 1918 im Dienst des Auswärtigen Amtes, davon 3 Monate bei der Botschaft in Moskau.

1919 wurde er auf Betreiben von Minister Otto Fischbeck Mitarbeiter im preußischen Handelsministerium. Ab Mai 1920 als Geh.Reg.Rat und Vortragender Rat (=Ministerialrat), Referent für Handelskammerwesen, später Außenhandelsfragen, schließlich für Kommunalfinanzen. Neben dieser Tätigkeit 1919 - 1922 Lehrauftrag an der Handelshochschule Berlin.

Nach Kriegsende trat er der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) bei. 1922 wechselte er als stellvertretender Landeshauptmann in die preußische Provinz Sachsen.

1924 wurde er zum Landeshauptmann gewählt. Er profilierte sich als Wirtschafts- und Verwaltungsexperte, der über Parteigrenzen hinaus den Konsens suchte. Er beschäftigte sich mit einer föderalen Neugliederung Deutschlands und schlug bereits in den 1920er Jahren die Gründung eines Landes Sachsen-Anhalt vor. 1930 wurde er mit den Stimmen von Sozialdemokraten, Demokraten und Deutschnationalen im Amt bestätigt.

1933 wurde Hübener aus dem Amt entfernt. Bis zum Ende des Dritten Reiches widmete er sich künstlerischen und wissenschaftlichen Fragen, verfasste kleine Schriften.

1945 beriefen ihn die Amerikaner erneut in das Amt des Landeshauptmanns. Die Sowjetische Militäradministration (SMAD) ernannte ihn bald darauf zum Präsidenten der Provinzialverwaltung der Provinz Sachsen. Hübener wurde Mitbegründer der Liberaldemokratischen Partei Deutschlands (LDPD) in Halle an der Saale. Am 3. Dezember 1946 wählte ihn eine Mehrheit von LDPD und CDU im Landtag von Sachsen-Anhalt zum einzigen nichtkommunistischen Ministerpräsidenten in der Sowjetischen Besatzungszone. Für die sowjetische Besatzungsmacht war er ein unbequemer Regierungschef. Er wandte sich gegen die Bodenreform und eine schematische Entnazifizierung.

Am 5. Juni 1947 kam es unter seiner maßgeblichen Mitwirkung zur ersten und letzten gesamtdeutschen Ministerpräsidentenkonferenz in München, die sich mit der drohenden Spaltung Deutschlands beschäftigte. Hübener hatte mit seinem Rücktritt gedroht, wenn die SMAD die ostdeutschen Ministerpräsidenten nicht reisen ließe. Entgegen seinen Erwartungen lehnten es die westdeutschen Ministerpräsidenten, darunter auch sein langjähriger liberaler Parteifreund Reinhold Maier, in stundenlangen Diskussionen ab, Maßnahmen zum Erhalt der deutschen Einheit zu ergreifen.

Hübener sah sich fortan auf aussichtslosem Posten. Auf dem 3. Deutschen Volkskongress im Mai 1949, der auf Weisung der SMAD die Verfassung der DDR beschloss, appellierte er als Hauptredner der LDPD an die Delegierten: Unsere künftige Regierung soll, wird und muss lernen, mit freiem Volk auf freiem Grund zu stehen. Am 1. Oktober 1949, eine Woche vor Gründung der DDR, trat er als Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt zurück.

Während viele politische Freunde in den Westen Deutschlands flohen, blieb Hübener in der DDR. Er zog sich jedoch völlig aus der Politik zurück, pflegte künstlerische und historische Studien, schrieb seine Autobiographie, die später in der Bundesrepublik veröffentlicht wurde. Bei einem Kuraufenthalt in Bad Salzuflen verstarb Hübener am 3. Juni 1958. Er wurde in Wernigerode begraben, wo er in den letzten Jahre gelebt hatte.

1946 war er Hon.Prof., 1949 a.o. Prof. der Universität Halle/Wittenberg. Hübener war seit 1909 mit Otti Bornemann verheiratet.

Nach ihm ist die FDP-nahe Erhard-Hübener-Stiftung benannt. Die Stadt Magdeburg benannte ihm zu Ehren im Jahr 2006 einen Platz als Erhard-Hübener-Platz.

 

Artikel in Anlehnung an NAfgH S. 79 f, und Wikipedia


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